Pastorale Orte & gelegenheiten

Pastorale Orte

St. Agatha-Kapelle in Neuenrade-Blintrop

St. Agatha Kapelle in Blintrop

Öffnungszeiten:
Mo. - So.: 09:00 - 16:00 Uhr

Die St. Agatha-Kapelle in Blintrop wurde im 17. Jahrhundert gebaut und 1780 in Teilen umgestaltet. 1951 wurde im Westen ein Anbau und später an der Süd-Ostecke die Sakristei errichtet. Die letzte Renovierung, bei der die Kapelle vergrößert wurde, wurde 1997 abgeschlossen. Die "neue" Kapelle wurde dabei im Norden an die "alte" Kapelle angebaut, sodass immer noch zu erkennen ist, welche Größe die Kapelle vorher hatte.


Das Innere der Kapelle

In der einschiffigen Kapelle befindet sich ein Altar von Repke aus Wiedenbrück, der aus dem Jahre 1921 stammt. Dieser zeigt eine Sitzmadonna, zu deren Füßen links die Heilige Agatha, die eine Abbildung der Kapelle in der Hand hält, und rechts der Heilige Josef knien.


Der Altarraum

In der Kapelle sind an den Wänden die Figuren des St. Antonius von Padua, der St. Elisabeth von Thüringen und der Heiligen Agatha angebracht. Letztere scheint aus dem 18. Jahrhundert zu stammen. Alle Figuren sind jedoch überarbeitet worden.

Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten wurde die Kapelle um eine Schnitzfigur der Mutter Gottes bereichert. Die Figur wurde von A. Stromberg aus Blintrop angefertigt.


Wie auch in der Kapelle St. Lucia in Altenaffeln, bekam der Künstler Nikolaus Bette aus Essen den Auftrag, Szenen der Bibel in bleiverglaste Kirchenfenster umzusetzen. Zwei von ihnen seien hier kurz vorgestellt:

Fenster vom Turmbau zu Babel (Gen 11,1)


Auch heute bauen Menschen an großen "Türmen" (Erfolg, Macht, Gentechnik, Fortschrittsglaube,...), mit denen sie sich einen großen Namen machen wollen. Die Geschichte mahnt uns, dass wir nicht größenwahnsinnig werden sollen, sondern immer auch im Blick haben, dass Gott, der größer ist als unsere "Türme", uns diese Welt geschenkt hat.


Fenster von der Ankündigung des messianischen Reiches (Jes 11,1-16)


Der Text, welcher einen gerechten Herrscher aus dem Geschlecht Davids ankündigt, folgt auf Strafwort über Juda und Jerusalem. Er zeigt, dass in der Gerechtigkeit die Größe Gottes liegt. Diese Größe wird in Bildern, die jeder Mensch als unmöglich sieht, verdeutlicht. So wird z.B. geschrieben, dass der "Wolf beim Lamm" wohnt oder "der Säugling vor dem Schlupfloch der Natter" spielt. Gott schafft also auch das noch so Unmögliche.

(c) 2009 ehemaliger Pastoralverbund "Oberes Hönnetal"

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St. Antonius-Kirche in Balve-Eisborn

St. Antonius-Kirche in Eisborn

Öffnungszeiten:
Mo. - So.: 09:00 - 17:00 Uhr

St. Blasius-Kirche in Balve

Öffnungszeiten:
April - Oktober: Mo. - So.: 09:00 - 18:00 Uhr
November - März: Mo. - So.: 09:00 - 16:00 Uhr

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Eine Zeitreise durch St. Blasius

Unsere Pfarrgemeinde

Die St. Blasius-Pfarrgemeinde in Balve im Erzbistum Paderborn gehört zu den ältesten im kurkölnischen Sauerland, die wohl etwas scherzhaft als eine der „Sauerländischen Bistümer“ im Volksmund bezeichnet wird. Die seit 800 gesicherte Tradition verpflichtet.

Die Feier der Eucharistie und die Verehrung des hl. Blasius haben die Christen an der Hönne im katholischen Glauben gestärkt. Dieser ist besonders in den reformatorischen Wirren herausgefordert worden. Die Grenzlandsituation zur protestantischen Grafschaft Mark und das sauerländische Gepräge haben den Katholizismus entsprechend geprägt.


Auch wenn die Vergangenheit ihre Spuren hinterlassen hat, muss sich unsere Pfarrgemeinde den heutigen Herausforderungen öffnen. Neben den volkskirchlichen Elementen verlangen die Themen unserer Zeit ihre Beachtung auch in der Pastoral. Die ökumenische Zusammenarbeit mit der ev. Kirchengemeinde ist uns ein großes Anliegen.

Ein besonderes Anliegen sind uns ansprechende Feiern der Heiligen Messen an den Sonn- und Festtagen, die von vielen Reisenden und Ausflüglern zur Sorpetalsperre angenommen werden.

Die kath. Pfarrei St. Blasius und ihre Pfarrkirche*)

Allgemein gehen Forscher davon aus, dass auffindbare Daten nicht immer die älteste Bestätigung eines Ortes sind. Der Ort kann älter sein! Wir gehen davon aus, dass die Christianisierung des Balver Landes zu Beginn des 9. Jh. abgeschlossen war. Erstmals wird der Name Balve in einer Vita des hl. Liudger 864 genannt. »Ein blindes Mädchen aus Ballova (Balve) ist nach durchwachter Nacht am Grab des hl. Liudger, in Essen-Werden, wieder sehend geworden«.

Aus der Geschichte wird uns überliefert, dass die Franken unter Karl dem Großen 772 in Obermarsberg eine bedeutende Kultstätte der Sachsen zerstört haben. Widukind, ein Anführer der Sachsen, hat sich gerächt und alle christlichen Kirchen die zuerst als Holzbau erstellt waren in Brand gesteckt, bis nach Koblenz. Die fränkischen Soldaten kamen nie wieder in unser bergiges Sauerland. Sie hatten andere Möglichkeiten, Widukind zu überzeugen.

Da Widukind in und um Balve Land besaß, hatten die Missionare, die Franken, es sicher nicht leicht, unser Balver Land zu christianisieren. In der Übersetzung heißt Ballova »bei den Bösen«! Die Bewohner unseres Landes werden sich gegen die Franken sehr gewehrt haben! Warum? Zwei Gründe sind naheliegend. 1. Es kann sein, dass sie sich grundsätzlich ihrem Anführer verpflichtet gefühlt und sich darum so gesperrt haben. 2. Die Franken hatten auch hier eine Kultstätte der Sachsen, gut 100 Meter vor der Siedlung, zerstört! Darauf bauten die Franken dann eine christliche Kirche. Ein logischer Grund, warum es nicht dazu kam, dass im Ort eine Kirche gebaut werden konnte. Im Ort hat es nie eine Kirche gegeben, nur eine Kapelle, die auch erst nach der Stadterhebung durch den Kölner Erzbischof Dietrich II. von Moers, 1430, an das Rathaus angebaut werden durfte. So steht die romanische Kirche außerhalb der Befestigung.

Im Jahr 1196 lesen wir das erste Mal von einer Pfarrei Balve. Nach ihrer Größe, ihrer Ausdehnung war sie viel älter!
Aus dieser Zeit besitzt die Pfarrkirche ein wertvolles Weihrauchfass aus Bronze, als Kopie. Das Original befindet sich als Leihgabe im Heimatmuseum in Attendorn.

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St. Barbara-Kirche in Balve-Mellen

Öffnungszeiten:
Mo. - So.: 09:00 - 16:00 Uhr

St. Georg-Kirche in Neuenrade-Küntrop

Öffnungszeiten:
Mo. - So.: 09:00 - 17:00 Uhr

Heilige Drei Könige Kirche in Balve-Garbeck

Öffnungszeiten:
derzeit im Umbau (voraussichtlich bis Ende Mai)

St. Johannes Baptist-Kirche in Balve-Langenholthausen

Öffnungszeiten:
Mo. - So.: 10:00 - 17:00 Uhr

St. Lambertus-Kirche in Neuenrade-Affeln

Öffnungszeiten:
Mo. - So.: 09:00 - 16:00 Uhr

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Die Lambertus-Kirche liegt am nördlichen Rand der Freiheit genau dort, wo die Straße von Plettenberg auf die Affelner Hauptstraße stößt. Durch das nach Norden hinabfallende Gelände ist sie weithin in der Landschaft sichtbar.


An der Stelle, wo sich heute die schlichte, aber doch imponierende Hallenkirche des 13. Jahrhunderts erhebt, haben bereits ältere Vorgängerbauten gestanden. Anlässlich einer Gesamtinstandsetzung der Kirche in den Jahren 1968 bis 1973 wurden bei einer Fußbodenabsenkung die Reste von zwei älteren Bauphasen entdeckt. Die jüngere von ihnen, eine Saalkirche mit Apsis und Querarmen, darf man wohl ins 12. Jahrhundert datieren. Die bestehende, aus heimischen Bruchsteinen gemauerte Kirche, ist eine dreischiffige Halle in für das Sauerland typischen Formen. Dem Chorquadrat schließt sich nach Osten eine halbrunde Apsis an. Bemerkenswert ist die Art, in welcher der Hauptchor von Nebenapsiden begleitet wird. Als leicht eingezogene Verlängerung der Seitenschiffe gleichen sie der Form des Hauptchores mit kleineren Maßen. Dabei liegen ihre ebenfalls runden Nischenapsiden in außen plattschließenden Wänden.

Der Westwand vorgelagert ist ein im Grundriss quadratischer Turm mit erheblich dickeren Mauern, der das Schiff mit einem Geschoss überragt. In seinen paarig angelegten Schalllöchern sind die Zwischensäulen nicht mehr vorhanden. Sie wurden offensichtlich beim großen Brand im Jahre 1814 zusammen mit dem hohen Turmhelm zerstört. Der Turm trägt seitdem eine Welsche Haube, jetzt mit einem Kupferdach. Die Schiffe liegen unter einem einheitlichen Satteldach, dem sich das etwas niedriger liegende Satteldach des Chorjochs anschließt. Sein First trägt einen Dachreiter, der in kleineren Abmessungen der Bekrönung des Westturmes angeglichen ist. An die Ostwand des Chorjochs lehnt sich das vieleckige Zeltdach der Apsis an. Die Nebenchöre schmiegen sich mit Pultdächern in den Winkel von Seitenschiff und Chorjoch.

Im Langhaus sind die Fenster rundbogig; Rundfenster zeichnen die Nebenchöre und die Seitenschiffe in ihren Ostwänden aus. Spätere Anbauten sind die Sakristei an der Nordseite des Chores und die Vorhalle am Südportal, im Affelner Volksmund als "Leichenhäuschen" bezeichnet, weil hier früher die Toten aufgebahrt worden sind.

Auf der Nordseite des Kirchenschiffes gelang bei der Restaurierung die Wiederöffnung eines zwischenzeitlich aufgegebenen Zugangs. Dabei fanden sich in der Schwelle Fragmente des zu diesem Portal gehörigen doppelseitig gestalteten Tympanons mit figürlichen Reliefs. Die eine Seite zeigte Christus in der Mandorla, die andere das Lamm Gottes mit den knienden Gestalten eines Engels und eines Bischofs; wahrscheinlich der Kirchenpatron St. Lambertus. Von der am besten erhaltenen Fläche mit dem Agnus Dei wurde nach Ergänzungen ein Abguss hergestellt und in das Portal eingebaut, das von einer Holztür mit der Jahreszahl 1713 verschlossen wird. Die Portalsäulen fehlen. Ein Kapitell zeigt eine Blattmaske.

Tympanon am Südportal

Das Südportal, dessen Säulen mit Pflanzen- und Kopfkapitellen bereits in früherer Zeit erneuert worden sind, besitzt ein spätromanisches Tympanon in schlichter Formgebung. Dargestellt ist im linken Bildteil die Geburt Jesu mit Maria, die unter einem Laken ruht, und Josef mit einem spitzen Judenhut, der neben dem in der Krippe liegenden Jesuskind auf einem Stuhl sitzt und in der Rechten einen Stab hält. Über der Krippe sieht man die Köpfe von Ochs und Esel. Im Mittelfeld ist der Gekreuzigte dargestellt. Er hat das Haupt leicht nach rechts geneigt und die Füße übereinandergestellt. Der Querbalken des Kreuzes überragt betont den Bildrand links und rechts. Zu Seiten des Kreuzes stehen Maria und der Jünger Johannes.

Im rechten Bildfeld sehen wir die drei Frauen mit Spezereigefäßen am Grabe Jesu, vor dem ein Engel kniet. Er deutet auf das leere Grab. Die eigenartigen Kopfbedeckungen der Figuren hatten Ludorff und in der Nachfolge Dehio zu der Annahme veranlasst, dies seien die Dreikönige aus dem Morgenland. Es handelt sich jedoch um eine grobere Darstellungsweise von Kopfgebänden, wie wir sie etwa von den Naumburger Stifterfrauen Reglindis und Uta kennen. Diese Art Tympana gibt die Hauptbegebenheiten der Heilsgeschichte Christi, die Geburt, den Kreuzestod und die Auferstehung wieder. Angesichts von Form und Ausdruck möchte man dieses Tympanon zeitlich etwa um 1250 einordnen.
Damit haben wir möglicherweise auch einen Anhaltspunkt für die Datierung des Kirchenbaus, der wohl in das 2. Viertel des 13. Jahrhunderts anzusetzen ist. Entgegen Dehio ist jenes Tympanon, das inhaltlich eine enge Verwandtschaft mit dem in Balve zeigt, keine Kopie, sondern ein bei der Renovierung des gesamten Portals überarbeitetes Original. Es steht dem Südportaltympanon von Plettenberg sehr nahe. Vorbild für alle diese sauerländischen Dreiszenen-Tympana dürfte das schöne Tympanon vom Südportal der Kirche Maria zur Höhe (Hohnekirche) in Soest sein.

Das Innere

Pfeiler scheiden das Innere in drei Schiffe und drei Joche, wobei ins Auge fällt, dass sich das Mittelschiff auf Kosten der halb so breiten Seitenschiffe vom Turm zum Chorjoch hin deutlich verbreitert. Die Kreuzgratgewölbe des Mittelschiffs verlaufen kämpferlos in die Pfeiler. Diesen sind dreiseitig halbrunde Vorlagen mit ausgekerbten Knollenkapitellen aufgelegt, die die kräfti-gen, leicht gespitzten Gurt- und Scheidbögen tragen. In den im Verhältnis zum Mittelschiff halb so breiten Seitenschiffen, die einhüftig gratgewölbt sind, befinden sich die Gurte fortlaufend an Pfeilern und Außenwänden.


Durch die Pfeilerart weist sich diese querschifflose Halle als zum Südsauerländer bzw. Siegerländer Typ gehörig aus.


Bei der Restaurierung 1970/71 entdeckte man eine reiche spätromanische Ausmalung. Während man die figürliche Ausmalung in ihrem Freilegungszustand beließ, entschloss man sich zur Ergänzung der ornamentalen Befunde, um das architektonische Ausmalungskonzept wieder deutlich zu machen. Dabei hat man auch die Sohlbänke der Langhausfenster nach Befund wieder auf die originale Höhe gebracht. Die Fenster werden von gemalten Säulchen gerahmt, die auf einem Ornamentfries stehen und gequaderte Bögen tragen.
Die Kreuzgratgewölbe des Chorjochs und des östlichen Mittelschiffjoches haben aufgemalte Rippen. Im mittleren Joch des Mittelschiffs sind die gemalten Gratbänder zusätzlich mit Schaftringen ausgestattet. In den Seitenschiffen und in den beiden östlichen Mittelschiffjochen zeigen die Gewölbe Lebensbaumdarstellungen, die z. T. von einem Linien- und Kreissystem umschrieben werden.

Aus dem 2. Viertel des 14. Jahrhunderts stammt das Bild der Anbetung der HI. Dreikönige an der Ostwand des nördlichen Seitenschiffes über dem Bogen des Nebenchors, vielleicht ein zusätzlicher Hinweis darauf, dass früher die Kirche in Affeln zur Erzdiözese Köln gehörte. Aus derselben Zeit stammen die Reste einer Apostelfolge an den Chorwänden. Zu erkennen sind noch die Gestalten des Hl. Petrus mit dem großen Schlüssel in der Hand und Andreas mit seinem Kreuz im Apsisrund sowie an der Südwand des Chores der Hl. Jakobus mit dem Pilgerhut. Außerdem sehen wir im Eingangsbogen des südlichen Seitenchores Christus mit Pilatus, die Geißelung, die Kreuztragung und im Scheitel Christus in der Mandorla.
Der gemalte Schlussstein im Chorjoch gibt das Lamm Gottes wieder. Von den ursprünglichen Evangelistensymbolen ist hier nur noch ein spärlicher Rest vorhanden. In der Apsiswölbung dagegen ist die Darstellung des Weltenrichters in der Mandorla deutlich zu erkennen. Im Gewölbe des Westjoches befindet sich, allerdings erst aus spätgotischer Zeit, im Gewölbescheitel ein Rankenwerk mit Kompositblüten in schräggeschachtelt gemalten Gewölberippen.

An der Westwand zum Turm konnte beim Ausbau der Orgel eine von gemalten Säulchen flankierte rundbogige Doppelarkade wiederhergestellt werden. Diese beiden Bogenöffnungen erschließen das erste Turmobergeschoss zum Kirchenschiff hin. Möglicherweise diente dieser Turmraum dem adeligen Patronatsherrn als Aufenthaltsort während des Gottesdienstes. Diese Anordnung einer Kirchenempore gewissermaßen als Herrscherloge hat letztlich ihre Wurzeln in der Architekturform des Westwerks, wie es Westfalen in Corvey noch beispielhaft besitzt. Zu Seiten der beiden Bogenöffnungen sind Kain und Abel als Opfernde zu sehen.
Das barocke Orgelgehäuse von 1715 wurde unter Fortfall der Empore in die Turmhalle versetzt. Damit verbunden war die Schließung des ohnehin nicht ursprünglichen Westportals. [Anmerkung: Bei der Renovierung im Jahr 1997 wurde jedoch die Empore für die Orgel wieder errichtet, sodass auch das Westportal geöffnet wurde.]


Die Ausstattung

Durch die letzte Restaurierung hat nicht nur die baukünstlerische Gestalt der Kirche eine erhebliche Steigerung erfahren; auch ihre beachtenswerte Ausstattung wurde durch sie spürbar aufgewertet. Insbesondere gilt dies für den spätgotischen Antwerpener Altar im hohen Chor.


Der Altar hat zum Inhalt Szenen aus dem Leben Christi, Mariens und des Hl. Lambertus. Brand- und Hohleisenzeichen, Symbole des Antwerpener Stadtwappens, weisen ihn als Werk der Lukasgilde aus, das in die Zeit um 1525 gehört. Mit seiner Breite von 5,54 m füllt er den Chor wirkungsvoll aus. Um ihn besser zur Geltung zu bringen, wurden die beiden Fenster des Chorjochs vergrößert und mit schlichtem spätgotischem Maßwerk ausgefüllt. Bis zur jüngsten Restaurierung stand der Altarschrein auf einem barocken Untersatz mit Tabernakel aus dem 17. Jahrhundert. Nach dessen Entfernung ragt er nun wieder unmittelbar von dem Altar auf und hat dadurch seine ursprünglichen Proportionen wiedererlangt.
Die geschnitzten Mittelschreine mit ihren vergoldeten und farbig bemalten Figurenszenen unten in der Mitte der Predella zeigen den auferstandenen Schmerzensmann, der die Rechte in seine Seitenwunde legt und die Linke emporhält, um die Handwunde zu zeigen. Ihm zu Füßen halten zwei Engel in Levitengewändern einen Kelch, über dem die Hostie schwebt. Dieses Bild ist ein Symbol der Eucharistie. In Beziehung zu diesem Mittelbild müssen wir auch links davon, auf der Evangelienseite, das Abendmahlsbild und rechts, auf der Epistelseite, das Bild des brotbrechenden Christus bei den Emmausjüngern sehen. Die Brote, Kelche und Fische auf dem Tisch weisen ebenfalls auf die Eucharistie hin. Im Rahmen um diese Szenen sind mehrere kleine figürliche Reliefs angebracht. Allerdings fehlt heute in der Mitte über dem Abendmahlsbild die Szene „Jesus bei der Samariterin am Brunnen". Sie wurde ebenso wie die Figur eines Dieners links neben der Abendmahlsszene entwendet.
Über dem Abendmahl links sehen wir die Versuchung Jesu und die Fußwaschung. Rechts über dem Bild mit den Emmausjüngern befindet sich Jesu Einzug in Jerusalem, die Vertreibung der Wechsler aus dem Tempel und die Erweckung des Lazarus. Vier kleine gemalte Medaillons in den oberen Ecken stellen von links nach rechts die Erschaffung Adams und Evas, den Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies dar.
Die Mitte des Altaraufsatzes bilden zwei große Bildschreine. Unten ist die Kreuztragung Jesu mit einer weinenden Frau, der Hl. Veronika mit dem Schweißtuch, der Mutter Gottes, dem Jünger Johannes und mit Simon von Cyrene sowie den Henkersknechten, die Jesus und die Schächer zur Richtstätte führen, zu sehen. Das Hauptbild oben in der Mitte zeigt die Kreuzigung Christi. Der Gekreuzigte ist umgeben von zwei schwebenden, betenden Engeln. Daneben hängen mit verzerrten Gliedern die beiden Schächer. An der Seele des unbußfertigen Schächers rechts, die als kleine Menschenfigur gestaltet und dem Mund entwichen ist, zerrt ein Teufelchen. Die Seele des reuigen Schächers links trägt dagegen ein Engel zum Himmel empor. Neben dem Kreuz sitzt links auf einem Pferde der legendäre Kriegsknecht Longinus mit der Lanze, daneben ebenfalls beritten in hochmütiger Gebärde der Hohepriester mit Gefolge und dahinter rechts, mit der Hand nach oben weisend, der Hauptmann.
Zu Füßen des Gekreuzigten bemühen sich im Vordergrund um die ohnmächtige Gottesmutter der Jünger Johannes und heilige Frauen. In der Mitte unter dem Kreuz sieht man, prächtig gewandet, Maria Magdalena mit dem Rücken zum Beschauer, die Hände und Arme ausgebreitet anbetend zum Gekreuzigten erhoben. Über dem Kreuz ist unter einem Baldachin die Krönung Mariens durch Gottvater und Christus dargestellt. In den Rahmenkehlen des Kreuzigungsbildes begleiten links und rechts auf fein geschnitzten Konsolen, die gleichzeitig auch als Baldachine dienen, das Hauptgeschehen des Mittelbildes Szenen der Leidensgeschichte Jesu, die Dornenkrönung, Christus vor Pilatus, die Kreuzabnahme und die Grablegung. Den Altar bekrönt eine von Strahlen umgebene Rosenkranzmadonna mit vier Wundmalen Christi in aufgesetzten Wappenschilden. Der fünfte Wappenschild oben mit der Herzwunde ist nicht mehr vorhanden.
In den großen Seitenschreinen stehen links Maria mit dem Kind auf dem rechten Arm und einer Traube in der linken Hand, Symbol des Blutes im Hinblick auf Christi Kreuzestod, rechts der Kirchenpatron, der Hl. Bischof Lambertus, der um 638 geboren und um 705 ermordet wurde. Zu seinen Füßen liegt ein Geharnischter, wahrscheinlich sein gestürzter Widersacher, der fränkische Majordomus Ebroin. Lambertus trägt ein aufgeschlagenes Buch in der Linken. Die Rechte hält den Bischofsstab. Dieser Bildtypus in der Plastik und Malerei am Affelner Altar ist sicherlich beeinflusst von der kostbaren Büste des Hl. Lambertus in Lüttich aus dem Jahre 1512. Auf den Sockeln dieser Statuen steht: ,,Sancta Maria bzw. Sancte Lamberte, ora pro nobis". In den Rahmenkehlen der Seitenschreine sehen wir auf kleinen Sockelpfeilern und Baldachinkonsolen Szenen aus dem Leben Mariens und des Hl. Lambertus.
Die Statuen selbst stehen unter fein geschnitzten Baldachinen. Unter dem Bildschrein der Madonna ist mit bewegter Dramatik die Versuchung des Hl. Einsiedlers Antonius durch Teufelsdämonen wiedergegeben, im Vordergrund das Ferkel, das nach der Legende durch Antonius wunderbar vom Rotlauf geheilt wurde. Dieser Heilige genoss vor allem in ländlichen Gegenden als Helfer gegen Seuchen große Verehrung. Unter dem Hl. Lambertus steht mitten zwischen einem bislang noch nicht identifizierten Stifterpaar der Hl. Diakon Vincentius von Saragossa mit Stab und Buch. Im Hintergrund ist u. a. rechts seine Geißelung, wie sie für ihn ikonographisch typisch ist, dargestellt.
Die Altarflügelgemälde an der Predella zeigen auf der Innenseite mit hinweisendem Bezug auf das geschnitzte Abendmahlsbild das Opfer des Melchisedech und den Mannaregen. Auf der rechten Seite sehen wir Christus am Ölberg und die Gefangennahme Jesu. Auf den linken oberen Flügeln sind auf der Innenseite Szenen des Marienlebens dargestellt, und zwar von oben nach unten: Christi Geburt, die Beschneidung, die Anbetung der Dreikönige. Auf den inneren Bildfeldern von unten nach oben sehen wir den Tod Mariens und ihre Aufnahme in den Himmel.
Die rechten Flügel bringen in bewegten Formen Begebenheiten aus dem Leben des Kirchenpatrons Lambertus, und zwar von oben nach unten in der Reihenfolge der Innenseite beginnend: Lamberti Bischofsweihe, die Weigerung der Kelchsegnung beim Mahl seines fürstlichen Herrn, des Ehebrechers Pipin von Heristal mit seiner Geliebten Alpais, ferner die Vertreibung des Hl. Lambertus aus dem mit dem Stadtwappen geschmückten Tor seiner Bischofsstadt Maastricht sowie seine Ermordung und das Gemetzel danach mit Dämonen in den Lüften auf den äußeren Bildern. Diese Darstellungen der Lambertus-Geschichte sind die vollständigsten aus der damaligen Zeit in Deutschland.

Der geschlossene Affelner Altar

Im geschlossenen Zustand zeigen die gemalten Flügel der Predella in der Mitte vor einer Architektur zwei Engel mit Rauchfass und sog. Sanctus-Kerze. In den äußeren Bildtafeln erscheint an der Evangelienseite ein Mann in zeitgenössischer Tracht (Moses?) mit einem Spruchband: „Iste est panis, quem dominus dedit vobis ad vescendum. Exodi 16". (Dieses ist das Brot, welches der Herr euch zur Speise gegeben hat.) (2. Mos. 16, 15) Ihm entspricht auf der Epistelseite ein bärtiger Mann (Johannes Ev.?) mit dem Spruch: „Hic est panis, qui de celo descendit". (Dieses ist das Brot, das vom Himmel herabgestiegen ist.) (Joh. 6,50) Wenn an diesem Altar früher die Messe zelebriert wurde, stand der Kelch bei geschlossenem Altar zwischen den gemalten Engeln, bei geöffnetem Altar vor dem plastischen eucharistischen Schmerzensmann.
Während auf den Bildern der Altarinnenseite vielfigürliche Szenen dargestellt sind, geben die insgesamt bescheideneren Außenseiten Bilder einzelner Gestalten wieder.
Zugeklappt zeigt der Altar in der mittleren Zone von links nach rechts den Hl. König Olaf II. (1015-1030), den Nationalheiligen Norwegens, den Hl. Bischof Lambertus mit einem geistlichen Stifter, dessen Spruchband ein Fürbittgebet zum Heiligen trägt. Über dem Hl. Lambertus befindet sich das Wappen der norwegischen Stadt Bergen, umgeben von Engelsputten und Zierat in Renaissance-Manier, wie sie hier überhaupt charakterisch für die Außenseite der Altarflügel ist. Im rechten Bildfeld der Altarmitte ist die Mutter Anna mit Maria und dem Jesuskind (sog. Anna-Selbdritt) in einer familiären Szene dargestellt. Das Wappen über diesem Bild ist wahrscheinlich das Stifterwappen.
Rechts daneben befindet sich die Hl. Lucia, kenntlich an dem Schwert, das ihren Hals durchbohrt. Anna und Lucia waren damals beliebte Volksheilige. Das Bildpaar an der Spitze des Altars gibt links den Hl. Servatius, den Kirchenpatron von Maastricht, mit der für ihn typischen Brille wieder. Ihm gegenüber behütet die Hl. Ursula mit dem Martyriumspfeil in der Hand ihre Gefährtinnen wie eine Schutzmantelmadonna.

Von den Figuren gibt der Hl. Olaf, der in unserer Gegend nicht verehrt wurde, die meisten Rätsel auf. Außer dem Ziborium in seiner Linken sind ihm Attribute beigegeben, wie Hellebarde bzw. Streitaxt und ein menschenköpfiges Drachenwesen unter seinen Füßen. Sie deuten vielleicht auf den Streithammer des nordgermanischen Gottes Thor und die ihm zugeordnete Midgardschlange hin. In christlicher Zeit hat der Hl. König Olaf beim norwegischen Volk offenbar die gleiche Verehrung wie einstmals der heidnische Donnergott erfahren. Das Drachenwesen wurde zum Symbol des überwundenen Heidentums.
Man hat aus der Gestalt des Hl. Olaf und dem Stadtwappen von Bergen die Theorie entwickelt, dass dieser Altar in Antwerpen ursprünglich für Norwegen gearbeitet worden sei. Wegen der 1526 in Bergen aber einsetzenden Reformation und auch wegen des typisch katholischen Abendmahlssymbols des Schmerzensmannes, der Spruchbänder in den Seitenbildern und der für katholische Frömmigkeit bezeichnenden Rosenkranzmadonna sei der Altar in der Reformationszeit in Antwerpen stehengeblieben. Er sei dann, zumal die Maße des Altares und der Kirchenpatron Lambertus in die Affelner Kirche passten, von einem oder mehreren Stiftern für Affeln zu einem durch die Umstände herbeigeführten günstigen Preis erworben worden.
Es wäre denkbar, dass der geistliche Stifter im Bild des Lambertus auf der Außenseite des linken Altarflügels der ursprüngliche Stifter aus Bergen und das geschnitzte Stifterpaar beim Hl. Diakon unter der Statue des Kirchenpatrons im rechten Altarschrein das Affelner Stifterpaar ist. Dann wäre hier ein kleines Bild in der Werkstatt ausgewechselt worden und der Hl. Diakon Vincentius der Namenspatron des Mannes. Den geistlichen Stifter hat man, wenn diese Hypothese stimmt, im Bild belassen. Er könnte ein Anhänger der Reformation geworden sein und aus persönlichen Glaubensgründen die Annahme des Altares wegen der typisch katholischen Sakraments- und Rosenkranzsymbolik verweigert haben.
Kunsthistorisch steht der Affelner Altar zwischen dem Altar von St. Johannes in Osnabrück und dem Erasmusaltar zu Zülpich. Von diesem und anderen Antwerpener Altären im Rheinland erzählt man sich, dass ihre Annahme in England wegen der Reformationswirren dort verweigert worden sei. Andererseits aber befindet sich in Ringsaker in Norwegen als Pfarrerstiftung aus der Zeit noch um 1535 ein dem Affelner und dem Zülpicher verwandter Altar mit dem Bild des Hl. Olaf und des Schmerzensmannes.

Weitere Ausstattung

Sakramentsnische

Auf der Evangelienseite des Altares (Sakrament und Evangelium gehören zusammen), an der Nahtstelle zwischen nordöstlicher Chorwand und Apsis, ist in das Mauerwerk eine spätgotische Sakramentsnische eingetieft. Den vergitterten und mit einem Querriegel gesicherten Schrank bekrönt ein vorgeblendeter Maßwerkwimperg mit Krabbenbesatz und aufgesetzter Kreuzblume. Zwei Engel mit Weihrauchfässern und Spruchbändern rahmen die Nische. Die obere Zone zeigt eine Kreuzigungsgruppe, flankiert von vier Hl. Bischöfen. Ein Zinnenkranz als oberer Abschluss will Sinnbild für das himmlische Jerusalem sein.

Kruzifix aus der Zeit vor 1200

Von der älteren Ausstattung sind in der Kirche noch einige beachtenswerte Einzelstücke erhalten. Dazu zählt namentlich im nördlichen Seitenchor ein Kruzifix mit hölzernem Korpus, das als Viernageltyp noch vor 1200 entstanden sein dürfte. Daneben existieren noch zwei weitere Kreuzigungen aus gotischer und barocker Zeit. Insbesondere dem Wirken des früheren Pfarrers Anton Gödde, dessen Namen zweifach die lateinischen Chronostikon-Inschriften des Orgelprospektes erwähnen, verdankt der Innenraum mehrere barocke Kunstwerke. Von ihnen prägt der von Johann Wirler 1715 geschaffene Orgelprospekt mit Schnitzereien des berühmten Peter Sasse aus Attendorn den Innenraum besonders stark. Bedauerlich ist die Entfernung der reichgeschnitzten Kanzel, die bis zur Restaurierung am linken Triumphbogenpfeiler gestanden hat.
Auch die frühbarocken Kirchenbänke sind durch die Restaurierung gründlich umgestaltet worden. Der das Raumbild verändernde Verzicht auf den Mittelgang durch die Schaffung eines Bankblockes, der auch dazu dienen sollte, die Pfeilerfüße freizustellen, zwang zu einer Umarbeitung des Gestühls unter Bewahrung der Wangen. Die jetzigen frühbarocken Frontstücke dienten einst als Chorgestühl und zeichnen sich durch eine sitzweise Füllung mit Intarsienornamenten zwischen einer Pilastergliederung aus und haben im Detail noch zahlreiche Renaissanceelemente. [Anmerkung: Heute ist der Mittelgang wieder vorhanden.]

Der barocke Taufstein

Durch seine ungewöhnliche Formgebung fällt der barocke Taufstein auf. In einem kunstvoll geschmiedeten, dreifüßigen Eisenständer ruht ein Marmorbecken mit Fratzenhenkeln.

Das spätbarocke Vesperbild

In die Zeit des Spätbarocks gehört weiter ein Vesperbild in einer nicht oft anzutreffenden Kompositionsweise. Die Gottesmutter sitzt nicht, wie meist üblich, sondern lehnt den Leichnam kniend auf ihr hochgestelltes rechtes Bein. Diese Komposition ist dadurch bedingt, dass hier offenbar antikhellenistische Vorlagen zugrunde lagen.
Aus dem frühen 18. Jh. stammt das große Bild an der Westwand des südlichen Seitenschiffes, dessen Maler wir nicht kennen, das aber dem Altarbild des J. M. Pictorius (1718) in Rheder gleicht. Es zeigt die Heilige Familie in einer weiten Landschaft. Jesus wird links von Maria und rechts von Josef begleitet. Eine lateinische Inschrift über dem Kopf des Kindes „Surge et accipe puerum et matrem eius et fuge in Aegyptum. Matth. 2, 13" (Steh’ auf, nimm das Kind und seine Mutter und fliehe nach Ägypten.) nennt als Hauptthema die Flucht nach Ägypten. Durch die Wiedergabe der Taube und des von schwebenden Engeln getragenen Gottvater wird zugleich die Hl. Dreifaltigkeit in den Bildinhalt einbezogen („Irdische und himmlische Trinität").
Den Kreuzweg an den Wänden gestaltete 1953 Liese Bellmann (Münster) mit Figuren, die sich dem Gesamtraum einordnen. Im Jahre 1952 hat Ludwig Baur aus Telgte in die Altarmensa ein Rundmosaik mit der Darstellung des apokalyptischen Lammes eingefügt. Hinter diesem Mosaik befinden sich die Altarreliquien im sog. Sepulcrum.


(c) 2009 ehemaliger Pastoralverbund "Oberes-Hönnetal"

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St. Lucia-Kapelle in Neuenrade-Altenaffeln

Öffnungszeiten:
Mo. - So.: 09:00 - 16:00 Uhr

Die Lucia-Kapelle in Altenaffeln ist einschiffig und mit rundem Chorschluss errichtet. Sie hat einen Dachreiter und Rundbogenfenster. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie 1947 mit einem Anbau nach Westen hin erweitert und mit einer Orgelbühne versehen.

Blick in den Altarraum

Der Bau ist vermutlich im 13. Jh. entstanden, obwohl der älteste, nachweisbare Befund erst in das 15. Jh. weist. Aus dieser Zeit stammen die Chorfresken im Innern, die 1925 entdeckt worden sind. Sie zeigen einen Apostelfries links und rechts von einer Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes. Es sind dreizehn Apostel, weil außer Matthias, der als Ersatz für Judas Iskariot gewählt worden war, noch Paulus hinzugefügt worden ist. Fünf Apostelfiguren sind lt. Beischrift 1926 vom Restaurator Soetebier aus Münster neu gemalt worden. Die Anordnung der Apostel zu beiden Seiten der Kreuzigung, die für Westfalen untypisch ist, lässt rheinischen, namentlich kölnischen Einfluss vermuten.

Darstellung "Martyrium der Zehntausend" und Apostelfries

Auf der Nordwand, an den Apostelfries anschließend, befindet sich die Darstellung des „Martyriums der Zehntausend". Dieses Bild wurde von der Übermalung befreit und erscheint daher blass. Die Bilder sind durch das in der gotischen Malerei beliebte Ornament der Rahmenstreifen mit Vierpassmustern verziert. Das Bild vom Martyrium zeigt die „zehntausend" christlich gewordenen Soldaten, die unter den Kaisern Hadrian und Antoninus nach der Legende auf dem Berge Ararat gekreuzigt wurden, und zwar in der Szene, die der Kreuzigung voranging. Hier werden sie mit spitzen Ästen durchbohrt. Die Märtyrer sind nur mit einem schmalen Lendentuch bekleidet. Zwei Henkersknechte sind dabei, die Märtyrer tiefer in die Pfähle zu treiben. In der oberen Bildhälfte hält links eine Reitergruppe mit prächtig aufgezäumten Pferden - der Kaiser und sein Gefolge. Sie schauen von der Bergeshöhe, von der die Verurteilten herabgeworfen wurden, dem makabren Treiben zu. Wer genau hinsieht, entdeckt, dass einem Pferd ein Hinterbein als Vorderbein gemalt wurde. Der Anführer des Hl. Märtyrerchores war Achatius, der zu den Nothelfern zählt. Auf dem Bilde ist er unbekleidet, nur durch seine Bischofsmitra gekennzeichnet. Dieses Wandgemälde geht sicherlich auch auf rheinische Vorbilder des 14. Jahrhunderts zurück.
Die Kapelle wurde in den Jahren 1992 und 1993 von Grund auf renoviert. Dabei wurde auch das Fresko restauriert. Das Fresko wurde gereinigt und die dunkel übermalten Apostel wurden überpudert, damit das Bild gleichmäßiger wird. Bei der Übermalung im Jahre 1926 wurde Ölfarbe verwendet, die sich heute nicht mehr entfernen lässt.
Bei der Gesamtrenovierung bekam die Kapelle eine neue Ölheizung, einen neuen Fußboden und neue Lampen, einen Windfang im Eingang und neue Kirchenfenster.

Die Kirchenfenster

Im November 1991 bekam der Künstler Nikolaus Bette aus Essen den Auftrag, Gleichnisse Jesu, die landwirtschaftliche Bezüge haben, in bleiverglaste Kirchenfenster umzusetzen.
Ungefähr ein Jahr später lagen die Entwürfe für 14 Fenster vor, die nach Begutachtung durch die Kunstkommission des Erzbischöflichen Generalvikariates durch die Glasmalerei Derix, Kevelaer, ausgeführt und im September 1993 in der Kapelle installiert wurden.

Ergänzend zu diesen thematischen Fenstern wurden noch Fenster aus der Tier- und Pflanzenwelt dargestellt.

Der Besucher der kleinen Kirche wird, wenn er die Kapelle betritt, von Christus, als dem guten Hirten „begrüßt". Das Neue Testament kennt mehrere Geschichten vom guten Hirten. Hier ist die Passage ins Bild gesetzt, in der Christus sich selbst „die Tür zu den Schafen" nennt (Joh 10, 7-10). Der Hirt steht in einem Türrahmen, die Schafe zu seinen Füßen, eines auf der Schulter tragend. Sein Blick weist dem Betrachter den Weg in die optische, wie spirituelle Mitte der Kirche, das Kreuz und den Altar. Über dem Kopf des guten Hirten ist der wiederkommende Christus als Pantokrator, Herrscher der Welt, auf einem Regenbogen sitzend und von Engeln umgeben, angedeutet, ein Hinweis auf das Ziel des Glaubens.

Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Mt 13, 24-30)
Das Gleichnis liegt auf der gleichen Linie. Jesus macht hier Mut, beides wachsen zu lassen bis zur Ernte. Die aber werden die Engel besorgen, ebenso die Unterscheidung zwischen gut und böse. Das Unkraut/Böse und seine Übermacht ist im Fenster angedeutet durch ein riesiges Efeublatt. Der einzige Getreidehalm/das Gute fristet hier ein eher spärliches, bedrohtes Dasein. Auch die Ernte ist schon angedeutet, hier in der Sichel im Rundbogen des Fensters. Die rote Scheibe lässt den Betrachter über das Schicksal des Bösen nicht im Zweifel.

Gleichnis vom Fischernetz (Mt 13, 47-50)
In diesem Gleichnis beschreibt Jesus, wie sich in einem Fischernetz alles sammelt, Gutes und Schlechtes. Wiederum erfahren wir, dass es Sache der Engel ist, zu sortieren. Das Netz als Bild von der Kirche, in der sich alles sammelt, wo keiner ausgeschlossen werden darf, in der die Person, das Ansehen, das Geschlecht, das Einkommen und erst Recht nicht die Rasse, die Herkunft, die Hautfarbe, die Sprache keine Rolle spielen dürfen, ja nicht einmal gut und böse, ist abermals zur Gewissenserforschung geeignet. Im Fenster wird das Netz sozusagen gerade gehoben und somit die Endzeit angedeutet. Dies ist auch höchste Zeit, denn das Netz hängt nur noch an zwei Fäden und kann jederzeit abreißen.

Gleichnis vom Sämann (Mt 13, 1-9)
Jesus erzählt hier von einem Bauern bei der Feldarbeit. Der Erfolg seines Unternehmens hängt von der Bodenqualität ab, Weg, Felsen, tiefes Erdreich. Das Fenster zeigt den Sämann konzentriert bei der Arbeit. Gegen die hoch stehende Sonne hat er sich mit einem breiten Hut geschützt. Dennoch wird ein Teil der Saat versengt. Auch der zweite Gegner kommt von oben in Gestalt von drei Vögeln, die sich sozusagen im Sturzflug auf die Saat werfen, die auf den Weg gefallen ist. Damit korrespondiert der Feind „von unten", Dornen, die die Saat ersticken. Trotz dieser Widrigkeiten ist das Unternehmen erfolgreich, weil ein Teil der Saat aufgeht und x-fache Frucht bringt, im Fenster abstrakt dargestellt in dünnen bunten, parallel liegenden Strichen, Halmen gleich. Gleichnis wie Fenster wollen dem Betrachter Mut machen bei der Verkündigung bzw. bei der gläubigen Annahme der Frohen Botschaft.

Gleichnis vom Senfkorn (Mt 13, 31-32)
Eine besonders schöne Geschichte Jesu ist das Gleichnis vom Senfkorn. Sie lehrt uns, das Kleine nicht zu unterschätzen. Ein Blick auf unsere Kinder, ihre Möglichkeit der Einflussnahme, ihr Stellenwert in der Familie und der Gesellschaft, belegt dies, allen Unkenrufen zum Trotz. Im Fenster ist das kleine Senfkorn und der daraus wachsende Baum eindeutig zu erkennen. Zwei mächtige Falken sitzen in einem Nest in seiner Krone. Der Baum ist so groß, dass er den Rahmen des Fensters sprengen möchte. In diesem Fenster hat sich der Künstler durch die Falken selbst verewigt, da er ein Hobby-Falkner ist.

Gleichnis vom „Verlorenen Schaf" (Lk 15, 3-7)
Das Schaf, das Christus auf seinen Schultern, in den Stall trägt, mag vielleicht das verlorene sein. Dieses Schaf hatte sich bekanntlich von der Herde getrennt und danach verlaufen. Der Künstler hat es in die Mitte eines Labyrinthes gesetzt, seine dramatische Situation durch den roten Hintergrund (Feuer, Hölle) unterstreichend. Der gute Hirt verlässt gerade die 99 zu Hause gebliebenen Tiere und macht sich auf den Weg in das Labyrinth.

Gleichnis vom Schatz im Acker (Mt 13, 44-46)
Kindern insbesondere ist auch dieses Gleichnis leicht eingängig. Wenn ich etwas für wertvoll erkannt habe, wenn ich etwas unbedingt haben möchte, dann bin ich bereit zu sehr großen Engagement. Der Schatz schlechthin ist unsere Erlösung, unser Glaube. Von daher kann das entsprechende Fenster Anlass zur Gewissenserforschung sein. Welchen Stellenwert hat der Glaube, mein Christsein in meinem Leben? Im Fenster ist der Schatz im unteren Viertel dargestellt; er liegt noch unter der Erde, ist noch nicht gehoben, aber bereits entdeckt, wie dem Betrachter bei näherem Hinschauen auffallen wird, denn da ist schon ein Spalt, vielleicht eine Grabungsstelle zu sehen. Die obere Hälfte des Bildes zeigt die Parallelgeschichte, den Kaufmann, der eine besonders wertvolle Perle entdeckte und alles daran gab, diese Perle zu besitzen.

Osterfenster

Dass die Wiederkunft Christi vom Osten her erfolgt, ist eine uralte Vorstellung in der Kirche. Von daher wurden in früheren Tagen alle Kirchen geostet, d.h. mit dem Chorraum gen Osten gebaut, so auch die Lucia-Kapelle in Altenaffeln. Ihr Chorfenster hat Nikolaus Bette bereits 1990 entworfen. Es zeigt das himmlische Jerusalem, wie es in Offb 21, 9- 22, 5 beschrieben ist. Zu sehen und beschrieben ist eine Stadt mit 12 Toren, die Straßen aus Kristall, die Mauern aus Jaspis, und reinem Gold sowie reinem Glas als weitere Baumaterialien. Die Stadt hat keine Kirche, keinen Tempel. Ihr Mittelpunkt ist Gott selbst, als Siegeslamm dargestellt. Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond; ihre Lichtquelle ist Gott, beschreibt die Bibel. Im Fenster ist diese Passage im Hintergrund des Siegeslammes in gelben und roten Dreiecken abstrakt dargestellt.

In den beiden kleinen Rundfenstern sind eine Igelfamilie und eine Schlange dargestellt. Die Schlange symbolisiert das Böse. Der Igel hingegen läuft vor der Schlange nicht davon, er nimmt sogar den Kampf mit ihr auf und besiegt sie.

Die Pflanzenwelt ist in den drei Fenstern auf der Orgelbühne dargestellt.
Ein Fenster zeigt die Eiche. Sie steht für die Tugend der Beständigkeit.
Ein weiteres Fenster stellt die Sonnenblume dar. Sie symbolisiert die Hoffnung auf das Leben.
Das dritte Fenster zeigt die Stechpalme. Sie steht für die Haltung der Buße.

Wenn der Besucher die Kapelle wieder verlässt, begleitet ihn die Schutzpatronin unserer Gemeinde, die Hl. Lucia. Sie ist in dem Fenster über den Ausgang dargestellt. Die Lucia ist Lichtbringerin und wird als solche in Nordeuropa verehrt. Im Fenster trägt sie eine Kerze. Es ihr gleichzumachen, Lichtbringer zu sein, ist bleibende Aufgabe jedes Christen, selbst auf die Gefahr, dabei verlacht oder benachteiligt oder sogar bedroht und getötet zu werden. Lucia ist Märtyrerin, weil sie um des Glaubens willen getötet wurde.

(c) 2009 ehemaliger Pastoralverbund "Oberes Hönnetal"

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Kreuzweg Balve

Die im Frühjahr 2022 neu aufgelegte und mit Fördermitteln des Heimatschecks geförderte Broschüre „Unser Kreuzweg auf dem Husenberg in Balve… wie er verschwand und ein neuer entstand“ liegt in allen Kirchen des Pastoralverbundes Balve-Hönnetal kostenfrei zum Mitnehmen bereit.

Weitere Informationen

Kreuzweg Affeln

Der Kreuzweg der Gemeinden Affeln, Altenaffeln und Blintrop, wurde 2005 unter Pastor Andreas Schulte errichtet. Bronzetafeln – in Stein gegossen – stellen den Leidensweg Jesu von der Verurteilung durch Pilatus bis zur Grablegung dar und laden ein, dort Station zu machen. Neben den 14 Bronzetafeln befinden sich verschlossene Holztafeln. Wer möchte, kann diese Holztafeln aufklappen und wird zum mediativen Betrachten der jeweiligen Station eingeladen. Das ist auch für Kinder interessant.

Pfarrarchiv St. Blasius Balve

In unseren Pfarrarchiven finden Sie historische Schriftgüter, welche schon Jahrhunderte alt sind, Berichte, christliche Literatur und vieles mehr.

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