Wenn Kirche anders leuchtet…

Umbrüche, Veränderungen und Krisen – all das scheint unsere aktuelle Zeit zu prägen, nicht nur, aber auch in der Kirche. Die Antworten der Menschen sind unterschiedlich. Die einen betrauern die leeren Kirchen, die anderen versuchen, etwas aufrecht zu erhalten, was heute nicht mehr zu den Bedürfnissen der Menschen passt. Wieder andere kämpfen gegen all das um Modernisierung.

Und wie so oft, dreht sich die Kirche damit in vielen Punkten einfach um sich selbst.

All das, auch das Betrauern ist verständlich. Umbrüche wie diese verleiten uns dazu, Vergangenes durch eine rosarote Brille zu sehen. Sicherlich war auch vieles in der Vergangenheit schön, Kirche war quasi ein Selbstläufer, die Gottesdienste voll und immer ein Priester vor Ort.

Dennoch ändern sich die Zeiten und auch die Kirche hat das Recht und vielleicht auch die Pflicht, diesen Prozess ein Stück mitzugehen. Fest steht: Der kirchliche Auftrag - die Frohe Botschaft in die Welt zu tragen - gilt uneingeschränkt in einer Zeit der Umbrüche und der Wert des Evangeliums misst sich nicht an der Anzahl der Gottesdienstbesucher.

Statt sich entmutigen zu lassen, stellt sich also die Frage:

Wie kann Kirche trotzdem leuchten, in einer Zeit wie dieser?

Zwischen all den Eindrücken der sozialen Medien und der Schnelllebigkeit des Alltags braucht es Unterbrechungen, um Menschen zu erinnern: Du bist gut. Du bist geliebt, wie du bist.

Zwischen Berichten aus Kriegsgebieten, Tagesschau und Krisensitzungen braucht es jemanden, der erinnert: Jesus Christus sagt: „Ich bin mit euch alle Tage, bis zum Ende der Welt!“ (Mk 28,20).

Und wenn jemand trauert oder verzweifelt ist, dann braucht es ein ehrliches: Ich bin da. Du darfst sein, wie du bist. Und wenn du gerade keine Kraft hast, dann teile ich meine mit dir.

Diese Kirche, zu der viele von uns gehören, sollte da sein:

Für die Menschen, die Atem holen müssen.

Für Familien in allen Konstellationen, die Unterstützung in ihren Herausforderungen benötigen.

Für Menschen, die eine gute Botschaft brauchen, die sie in ihrem Herz bewahren und herausholen können, wenn sie sie dringend brauchen.

Um gebrochenen Herzen und geplatzten Träumen mit liebevollem Zuhören, tröstendem Dasein und hoffnungsvollen Worten begegnen zu können.

Die Kirche Jesu Christi darf nicht nur Bewahrer alter Traditionen sein, sondern ermutigende Verkünderin der Frohen Botschaft in den Dunkelheiten unserer Welt.

Sie darf sich ändern, darf zurücklassen und Neues wagen.

Und wir dürfen vertrauen, auch wenn es nicht immer leicht ist: Der Kern bleibt. Sein Licht leuchtet, Gott ist da. Er wird uns auch in die Zukunft tragen und unsere Schritte und seine Kirche liebevoll begleiten.

Ich freue mich drauf!

Ihre/ Eure Theresa Wagner, Gemeindereferentin

Bild: Peter Friebe, in: Pfarrbrief.de

Hier geht es zu den Pfarrnachrichten Nr. 2