
Kommt, wir gehen demonstrieren! Das ist jetzt angesagt. Der Sommer ist Hochsaison für große Events und Proklamationen. Und als Katholiken sind wir ja geradezu geborene Demonstranten. Eine Monstranz haben wir, eine Botschaft erst recht, und das Recht, diese zu verkünden, haben wir allemal. Also raus zu den Menschen, zeigen wir es ihnen, demonstrieren wir, was wir glauben und erhoffen.
Kommt bitte, kommt alle. Ihr Kommunionkinder in Euren Festtagskleidern, Ihr Messdienerinnen und Messdiener, Ihr Eltern und Großeltern, Ihr Ehrenamtlichen, Ihr Vereins- und Verbandsmitglieder! Kommt und geht mit und feiert mit. In Balve, Beckum, Garbeck und Hemer sind die Prozessions-Wege vorbereitet, in Balve wagen wir sogar einen neuen, etwas weniger steilen Weg. In Küntrop, Eisborn und Volkringhausen gibt es Freiluft-Festmessen.
Also kommt, damit die Welt etwas zu sehen bekommt! Denn die Welt wird ja sehen, was da geschieht. Und was genau? Was zeigen wir? Im besten Sinne nicht uns selbst, sondern IHN. Das Gold der Monstranz, die Pracht der Altäre, die Schönheit der Blumenteppiche, die Festkleider und Gewänder und Fahnen – das alles muss IHM gewidmet sein, unserem LEBENDIGEN HERRN, denn genau der ist ja mit dem mittelalterlichen Wort FRONLICHNAM gemeint! Aber wird man uns das ansehen? Und wird man verstehen, dass uns tatsächlich diese kleine unscheinbare Scheibe Brot mehr wert ist als die Goldpracht drum herum?
Oder wird man etwas anderes sehen: Leere Kirchen, leere Straßen, gelangweilte Gesichter, müde Gesänge und vereinzelte seufzende Nostalgiker, die einer langvergangenen Kirchenherrlichkeit verklärend nachtrauern?
So oder so, die Welt wird etwas sehen. Und ob wir uns sehen lassen können, das wird nicht am Wetter liegen und erst recht nicht am lebendigen Herrn, das wird allein an uns, an unseren Herzen liegen. Ob wir wollen oder nicht: Der Fronleichnamstag bringt Jahr für Jahr ans Licht, was mit uns Christen los ist. Und darum sollte nicht peinliche Selbstdarstellung oder müde Folklore unser Fest bestimmen, sondern das frohe Miteinander von Jung und Alt und die Freude am Glauben. Dann wird aus jedem Gotteskind, das mit uns geht, eine Monstranz auf zwei Beinen, ein Botschafter der Lebensfreude. Auf Ostern und Erstkommunion und Himmelfahrt und Pfingsten folgt mit Fronleichnam die nächste Fortsetzung unserer Heilsbotschaft: Halleluja, Jesus lebt!
Also feiert mit!
Ihr Pastor Christian Naton
Bild: Pfarrbrief.de, picture alliance/Eibner-Pressefoto
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